In vielen Deutschschweizer Gemeinden ziehen im November wieder ganze Kindergarten- und Schulklassen singend mit ihren selbst geschnitzten Räbeliechtli und gebastelten Laternen durch die Strassen. Mit ihren Lichtern erhellen sie die dunklen Herbstnächte und schaffen eine ganz besondere Atmosphäre.
Wo genau der Brauch seinen Ursprung hat, ist nicht eindeutig geklärt. Ein erster schriftlicher Hinweis aus Richterswil stammt aus dem Jahr 1901. Vermutet wird unter anderem ein Zusammenhang mit herbstlichen Erntebräuchen und dem Martinstag.
Dass dabei ausgerechnet die Räbe zum Licht wurde, passt zur Jahreszeit: Früher war sie ein wichtiges Grundnahrungsmittel und gehörte zu den Feldfrüchten, die spät im Jahr geerntet wurden. Mit der Verbreitung der Kartoffel verlor sie als Nahrungsmittel zunehmend an Bedeutung. Als leuchtendes Räbeliechtli hat sie jedoch bis heute ihren festen Platz im Schweizer Herbst behalten.