21.09.2026

Proaktives Classroom-Management: Wie Raum und Struktur gutes Lernen ermöglichen

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Gute Klassenführung beginnt nicht erst, wenn es unruhig wird. Sie beginnt viel früher: bei der Gestaltung von Räumen, klaren Strukturen und verlässlichen Abläufen, die Kindern Orientierung geben und selbstständiges Spielen und Lernen unterstützen können.


Gastbeitrag von Laura Steiner, Dozentin für Berufsstudien und Classroom Management sowie Studienleiterin des CAS 4–8 an der PH Luzern.

Im zweiten Beitrag unserer Reihe zum Thema Neurodiversität beleuchtet Laura Steiner einen zentralen Bereich des proaktiven Classroom-Managements: die Gestaltung von Räumen, Strukturen und Routinen. Im Mittelpunkt stehen präventive Rahmenbedingungen, die allen Kindern Orientierung geben und insbesondere für neurodivergente Kinder hilfreich sein können.

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Classroom-Management kurz erklärt

Classroom-Management umfasst alle pädagogischen und organisatorischen Massnahmen, die dazu beitragen, Spiel-, Lern- und Gruppensituationen förderlich zu gestalten. Dazu gehören Beziehungen, klare Erwartungen und Routinen sowie passende räumliche Rahmenbedingungen.

Gute Klassenführung beginnt vor der herausfordernden Situation

Beim Begriff Classroom-Management denken viele zunächst an Regeln, Konsequenzen oder den Umgang mit Unterrichtsstörungen. Proaktives beziehungsweise präventives Classroom-Management setzt jedoch früher an. Die Frage lautet nicht nur:

«Was mache ich, wenn eine Situation herausfordernd wird?»

Sondern vielmehr:

«Wie kann ich Unterricht und Spielphasen so gestalten, dass sich möglichst alle Kinder gut darauf einlassen können und herausfordernde Situationen seltener entstehen?»

Diese Perspektive verändert den Blick auf Klassenführung grundlegend. Entscheidend ist, dass Kinder wissen, was von ihnen erwartet wird, wie Abläufe funktionieren und wo sie sich innerhalb eines verlässlichen Rahmens selbstständig bewegen oder bei Bedarf zurückziehen können.

Praxisimpulse für präventives Classroom-Management

Im vollständigen Fachbeitrag stehen präventive Strategien in den Bereichen Raumgestaltung, Strukturen und Routinen im Fokus. Praxisnahe Reflexionsfragen und konkrete Beispiele helfen Ihnen dabei, die eigene Spiel- und Lernumgebung aus einer neuen Perspektive zu betrachten:

  • Welche Rolle spielt der Raum für die Klassenführung?
  • Wie lassen sich unterschiedliche Aktivitäts- und Reizniveaus berücksichtigen?
  • Wie können Rückzugsmöglichkeiten pädagogisch sinnvoll eingebunden werden?
  • Wie unterstützen klare Strukturen und sichtbare Abläufe die Selbstständigkeit?
Laura Steiner
Präventive Klassenführung bedeutet nicht möglichst viel Kontrolle, sondern möglichst gute Voraussetzungen für selbstständiges Spielen und Lernen mit unterschiedlichen Bedürfnissen.
Laura Steiner
Dozentin für Classroom Management an der PH Luzern

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Vom proaktiven zum reaktiven Classroom-Management

Was hilft, wenn eine Situation bereits herausfordernd geworden ist? Im dritten Teil zeigt Laura Steiner, wie sensorische Überlastung erkannt und die Regulation des Kindes unterstützt werden kann.

Laura Steiner

Laura Steiner ist Dozentin an der Pädagogischen Hochschule Luzern und engagiert sich in verschiedenen Funktionen in der Aus- und Weiterbildung von Lehrpersonen im Zyklus 1. Sie ist insbesondere in den Bereichen Berufsstudien und Classroom Management im Kindergarten- und Unterstufenbereich tätig. Seit 2023 leitet sie zudem den CAS 4–8: Unterrichten in heterogenen Gruppen im Zyklus 1, in dem die Teilnehmenden befähigt werden, ihren Unterricht kinder- und kompetenzorientiert zu gestalten, Spiel- und Lernprozesse zu konzipieren und adaptiv zu begleiten.

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