Ein Kind, das im Unterricht mit klarer Struktur gut mitkommt, sitzt am Nachmittag am Küchentisch und bringt keine zehn Minuten am Stück zusammen. Das wirkt schnell wie Unwille oder Faulheit. Meist ist es etwas anderes. Der äussere Rahmen, der in der Schule die halbe Arbeit macht, ist weg. Kein fester Platz, kein Signal, das den Übergang markiert, dazu Geschwister, Küche, Handy, Hunger. Für ein Kind, dem Selbstregulation schwerfällt, ist das kein Nebenschauplatz, sondern ein wesentlicher Grund, warum nichts vorwärtsgeht.
Was in solchen Situationen hilft, ist selten mehr Inhalt und fast nie mehr Druck. Es ist ein Stück von dem Rahmen, den die Schule vorgibt, übersetzt in die eigene Wohnung.
- Ein immer gleicher Platz.
- Ein klarer Anfang und ein klares Ende.
- Kurze Einheiten statt einer langen.
Nichts davon ist kompliziert. Neu ist für viele Familien nur, dass diese Dinge zu Hause genauso zählen wie in der Schule und dass sie nichts mit Begabung zu tun haben.