Aktualisiert am 07.05.2026

Schulzimmer einrichten: Ideen für eine lernförderliche Klassenzimmer-Gestaltung

Klassenzimmer einrichten

Ein gut eingerichtetes Schulzimmer gibt Kindern Orientierung, schafft Ruhe und unterstützt verschiedene Lernformen. In diesem Beitrag zeigt Ariane Spross, wie Sie Ihr Klassenzimmer zum Schuljahresstart praxisnah einrichten und dabei Impulse aus dem Churermodell nutzen können.


Gastbeitrag von Ariane Spross (begeisterte Lehrerin, authentische Influencerin und inspirierende Bloggerin)

Erfolgreich ins neue Schuljahr starten: Die optimale Klassenzimmer-Einrichtung

Der Schuljahresstart ist für Lehrpersonen und Schüler*innen eine aufregende Zeit. Was aber vor dem Start schon losgeht, ist für uns Lehrpersonen das Einrichten des Klassenzimmers. Gewisse Lehrpersonen freuen sich darauf, anderen bereitet es eher Kopfschmerzen. Ich habe ehrlich gesagt aufgehört zu zählen, wie oft ich mein Klassenzimmer bereits umgestellt habe. Was ich dabei beobachtet habe: Eine durchdachte Schulzimmer-Einrichtung kann einen erheblichen Einfluss auf die Lernatmosphäre haben. Deshalb freute ich mich immer auf die Ferien und das Umstellen des Klassenzimmers. 

Praxistipp: Schulzimmer einrichten

Ein Schulzimmer muss nicht komplett neu eingerichtet werden, um besser zu funktionieren. Oft helfen bereits kleine Veränderungen: Tische anders stellen, Bereiche klarer definieren, Materialien besser ordnen oder Wandflächen bewusster gestalten.

In diesem Blogbeitrag darf ich dir einen Teil meines Know-hows vorstellen. Da ich seit mehreren Jahren mit dem Churermodell unterrichte, verknüpfe ich es damit und zeige dir, worauf du achten kannst.

Was ist denn das Churermodell?

Ganz kurz: Das Churermodell ist eine Unterrichtsform, die vier Elemente aus dem Bildungsbereich in den Fokus nimmt und somit als Rahmen für den Unterricht dienen: 

1. Klassenzimmer umstellen
2. Inputs im Kreis
3. Lernen mit Lernangeboten
4. Freie Sitz- und Partner*innenwahl

In diesem Beitrag geht es um Punkt 1 – das Umstellen des Klassenzimmers.

Card Churermodell

Churermodell

Ein überraschend einfaches Konzept, das auf die individuelle Förderung aller Schüler*innen innerhalb einer Klasse ausgerichtet ist.

Schulzimmer umstellen und gestalten

Im Fokus bei der Klassenzimmer-Einrichtung steht der Begriff «Raum als 3. Pädagoge», welcher aus der Reggio-Pädagogik stammt und betont, dass die Umgebung, in der Kinder lernen, einen bedeutenden Einfluss auf ihren Lernprozess hat. Ein gut gestaltetes Klassenzimmer unterstützt also die Interaktion, Kreativität und Selbstständigkeit der Schüler*innen. Zudem fördern ergonomische Möbel deren Gesundheit und Konzentration.

Ein Raum, der als dritter Pädagoge fungiert, ist nicht nur funktional, sondern auch ästhetisch ansprechend und flexibel gestaltet. Er bietet vielfältige Lernmöglichkeiten.
Ariane Spross
Tisch und Stühle

1. Flexibles Mobiliar

Flexibles Mobiliar ist essenziell, um den pädagogisch vielfältigen Unterrichtsstilen gerecht zu werden. Ich habe es geliebt, wenn Tische und Stühle leicht umgestellt und flexibel eingesetzt werden konnten. So fiel es mir leicht, mein Klassenzimmer für das Churermodell umzustellen. 

Und hier kommt ProSpiel ins Spiel: Die Tische, Stühle, aber auch Regale sind flexibel und vielseitig einsetzbar, kommen oft auf Rollen und können daher leicht verstellt werden.

Meine Empfehlungen:

2. Klare Raumstruktur

Anders als beim frontalen Unterricht steht im Churermodell der Kreis im Zentrum. Das Klassenzimmer wird umgestellt und so gestaltet, dass vielseitige Arbeitsplätze für unterschiedliche Anforderungen zur Verfügung stehen. Bereiche für unterschiedliche Aktivitäten, wie Orte für Gruppenarbeiten, individuelle Arbeitsplätze aber auch Rückzugsorte, können durch Regale und Raumtrenner oder auch Teppiche abgegrenzt werden. Dafür stöbere ich besonders gerne im ProSpiel Möbelkatalog.

Klare Raumstruktur

Meine Empfehlungen aus dem ProSpiel Möbelkatalog:

3. Visueller Lärm

Wer kennt es nicht: Du betrittst ein Klassenzimmer und es erschlägt dich. Alles ist voll, überall hängt irgendwas und das ABC mit Tierbildern darf auch nicht fehlen. 

Klar, Klassenzimmerwände, die mit inspirierenden Zitaten, Lernpostern und Kinderarbeiten dekoriert sind, schaffen eine positive Atmosphäre. Hier gilt aber ganz klar: Weniger ist mehr. Denn visueller Lärm kann die Konzentration der Kinder erheblich stören. Zu viele visuelle Reize lenken vom Lernen ab und führen zu Unruhe. Und seien wir ehrlich, kein Kind schaut sich ein Merkblatt an einer zugepflasterten Wand an.

Um sich das Leben als Lehrperson zu vereinfachen, lohnt es sich, Galerieleisten an die Wände zu montieren. So lassen sich die Kunstwerke der Klasse schnell und ohne viel Aufwand präsentieren und wertschätzen.

Es ist wichtig, eine Balance zwischen dekorativen Elementen und funktionaler Klarheit zu finden.
Ariane Spross

4. Organisation und Aufbewahrung

Eine durchdachte Organisation und ausreichend Aufbewahrungsmöglichkeiten sind entscheidend, um das Klassenzimmer ordentlich zu halten. Regale, Schränke und persönliche Ablagefächer für Schüler*innen helfen mir, meine Materialien übersichtlich zu verstauen und schnell wiederzufinden. Jeder Gegenstand hat ein eigenes Zuhause. Dabei hilft es nicht nur mir als Lehrperson, eine klare Strukturierung zu haben, sondern auch den Kindern: Sie wissen so immer, wo was ist und wo es nach Gebrauch wieder hingehört.

Organisation und Aufbewahrung

Meine Empfehlungen:

Arbeitsplätze

5. Individuelle Arbeitsplätze

Alle Kinder haben individuelle Bedürfnisse, die bei der Klassenzimmer-Einrichtung berücksichtigt werden sollten. Worauf ich dabei immer achte: 

  • höhenverstellbare Tische und Stühle, 
  • alternative Sitzmöglichkeiten wie Sitzkissen oder Stehpulte,
  • Ruhebereiche für Kinder, die eine Pause benötigen,
  • Gruppen- und Einzeltische. 

Zudem gibt es Kinder, die gerne im Kreis auf dem Teppich oder an den Bänken arbeiten.

Dank textilen Oberflächen auf den Bänken oder Stühlen lässt sich eine gemütliche Umgebung und ein Gefühl von Geborgenheit schaffen und ganz nebenbei wird auch gleich noch der Schall geschluckt.
Ariane Spross

Meine Empfehlungen:

Inspirierende Lernumgebung schaffen

Abschliessend lässt sich also sagen, dass ein gut eingerichtetes Schulzimmer eine inspirierende Umgebung schafft, die Schüler*innen motiviert und unterstützt. Mit den richtigen Möbeln und einer durchdachten Planung können wir eine Lernatmosphäre schaffen, in der sich alle wohlfühlen und ihr volles Potenzial entfalten können. Na, packst auch du es und gestaltest diesen Sommer einen Raum, der Lernen und Kreativität fördert – für ein Schuljahr voller Freude am gemeinsamen Lernen?

Einrichtungstipps

Einrichtungstipps für pädagogische Räume

Weitere wertvolle Einrichtungstipps, um pädagogische Räume zu gestalten, die Kinder zum Lernen, Entdecken und Wachsen anregen, findest du im Blogbeitrag von ProSpiel. Dort erhältst du praktische Anregungen und Ideen, wie du deine Räume optimal nutzen und eine inspirierende Lernumgebung schaffen kannst.

Einblick in eine Schulzimmer-Umgestaltung

Wie sich ein bestehendes Schulzimmer mit kleinen Anpassungen verändern kann, zeigt ein Praxisbeispiel auf dem ProSpiel-Blog. Dort gebe ich Einblick, wie Raumstruktur, Kreis, Arbeitsplätze und Rückzugsbereiche neu gedacht wurden – und weshalb oft schon gezielte Veränderungen helfen, damit ein Klassenzimmer ruhiger, klarer und lernförderlicher wirkt.

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Checkliste: Ist dein Schulzimmer lernförderlich eingerichtet?

Nutze die folgende Checkliste, um dein Schulzimmer vor dem Schulstart oder während des Schuljahres kritisch zu prüfen:

  • Gibt es einen klar erkennbaren Bereich für gemeinsame Inputs, Gespräche und den Sitzkreis?
  • Sind verschiedene Arbeitsformen möglich – zum Beispiel Einzelarbeit, Partnerarbeit, Gruppenarbeit und freies Arbeiten?
  • Können Kinder zwischen unterschiedlichen Arbeitsplätzen wählen?
  • Gibt es ruhige Bereiche für konzentriertes Arbeiten oder kurze Rückzugsmomente?
  • Sind Materialien so aufbewahrt, dass Kinder sie selbstständig finden, nutzen und wieder versorgen können?
  • Unterstützen Regale, Teppiche oder Möbel die Raumstruktur, ohne den Raum zu überladen?
  • Sind Wandflächen bewusst gestaltet und nicht zu voll?
  • Gibt es genügend freie Flächen für Bewegung, Kreisaktivitäten oder flexible Unterrichtsformen?
  • Lassen sich Tische, Stühle, Hocker oder Sitzkissen bei Bedarf einfach umstellen?
  • Wirkt das Schulzimmer für Kinder übersichtlich, einladend und ruhig?

Wenn mehrere Punkte noch nicht erfüllt sind, lohnt sich ein genauer Blick auf Raumstruktur, Möblierung und Materialordnung. Häufig reichen bereits kleine Anpassungen, um das Schulzimmer übersichtlicher, ruhiger und flexibler nutzbar zu machen.

Häufige Fragen zum Schulzimmer einrichten

Wie richte ich ein Schulzimmer sinnvoll ein?

Ein Schulzimmer sollte klare Bereiche für gemeinsames Lernen, selbstständiges Arbeiten, Gruppenaktivitäten, Bewegung und Rückzug bieten. Wichtig sind eine übersichtliche Raumstruktur, flexible Möbel und Materialien, die für Kinder gut erreichbar und verständlich geordnet sind.

Was braucht ein gut eingerichtetes Klassenzimmer?

Ein gut eingerichtetes Klassenzimmer braucht Orientierung, Ruhe und Flexibilität. Ein klarer Sitzkreis, verschiedene Arbeitsplätze, passende Aufbewahrung, bewusst gestaltete Wandflächen und Bereiche, die unterschiedliche Lernformen ermöglichen haben sich in der Praxis bewährt.

Wie kann ich visuelle Unruhe im Klassenzimmer reduzieren?

Wandflächen sollten bewusst gestaltet und nicht überladen werden. Weniger, dafür gezielt eingesetzte Plakate, Kinderarbeiten und Orientierungshilfen schaffen mehr Ruhe und Übersicht. Auch ungenutzte Wandflächen in Durchgängen eignen sich, um Werke der Kinder auszustellen. So bleiben sie sichtbar, ohne das Klassenzimmer visuell zu überladen.

Welche Möbel eignen sich für ein flexibles Schulzimmer?

Für ein flexibles Schulzimmer eignen sich leichte Tische, stapelbare Stühle, Hocker, Sitzkissen, Teppiche, mobile Regale und Raumteiler. Sie ermöglichen unterschiedliche Arbeitsformen und lassen sich je nach Unterrichtssituation einfach umstellen.

Wie oft sollte ein Schulzimmer umgestellt werden?

Ein Schulzimmer muss nicht ständig neu eingerichtet werden. Sinnvoll ist es, die Raumstruktur zum Schuljahresstart bewusst zu planen und nach einigen Wochen Unterricht zu überprüfen: Welche Bereiche funktionieren gut? Wo entsteht Unruhe? Welche Möbel oder Materialien werden kaum genutzt? Oft reichen kleine Anpassungen, damit der Raum den Unterrichtsalltag besser unterstützt.

Ariane Spross

Ariane Spross inspiriert seit 2015 Lehrkräfte mit praxisnahen Impulsen und innovativen Unterrichtsideen. Mit ihrem Blog und über soziale Medien (@a_teachers_lifestyle) teilt sie kreative Tipps, Einrichtungsideen und ihr Know-how für eine moderne Unterrichtsentwicklung, insbesondere dem Churermodell. Seit 2023 bietet sie Webinare, Online-Kurse und individuelles Coaching an. 

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